Thomas Melle Frankfurter Buchmesse 2018 © Heike Huslage-Koch, Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license
Der Kleist-Preis des Jahres 2026 geht an den 1975 in Bonn geborenen Romancier und Theaterautor Thomas Melle. Die Verleihung soll am 22. November während einer Matinée im Deutschen Theater Berlin erfolgen. Gemäß der Tradition des Kleist-Preises hat der Verleger Heinrich von Berenberg – als von der Jury der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft gewählte Vertrauensperson – Thomas Melle als Preisträger bestimmt.
Dank Stefan von Holtzbrincks ebenso großzügigen wie weitsichtigen Engagements wird die Dotierung des Kleist-Preises anlässlich des bevorstehenden Jubiläumsjahres zu Kleists 250. Geburtstag 2027 deutlich erhöht. Das Preisgeld beträgt 2026 erstmalig 30.000 EUR.
Begrüßung der Präsidentin – Preis für den besten studentischen Kleist-Aufsatz – Kranzniederlegung Kleist-Grab – Thomas Melle im Gespräch – Verleihung des Kleistpreises 2026 an Thomas Melle – Ausblick auf Veranstaltungen zum Kleist-Jubiläumsjahr 250. Geburtstag 2027 u.a. mit ›Kleistfestival radikal gegenwärtig – Kleist in der Gegenwartsliteratur‹ – Fundstück von Burkhard Wolter ›Auf einem Ritt zu Heinrich Kleist’s Grabe bei Potsdam‹
2027 feiern wir den 250. Geburtstag Heinrich von Kleists. Kleist wurde 1777 in Frankfurt/Oder geboren und war sein Leben lang in Bewegung – rastlos und reisend, immer wieder von neuen Ideen, neuen Projekten und ungestümen Vorhaben getrieben. Neue Anfänge prägen nicht nur seine Biographie, sondern auch die Formen und Themen seiner Texte. Kleists erste Sätze sind geradezu legendär. Seinen runden Geburtstag nehmen wir als Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft zum Anlass, Kleists Mut zum Neuanfang zu würdigen und die ungebrochene Lebendigkeit seines Werkes zu feiern, das auf so vielgestaltige Weise in unsere Gegenwart spricht.
Thomas Melle im Gespräch: am 21. November 2026 um 19:00 Uhr im Literaturhaus Berlin. Der Kleistpreisträger spricht mit Svealena Kutschke über sein Werk.

Unser diesjähriger Aufsatzpreis geht an Maria Sander, die an der LMU München Deutsch und Geschichte für das Lehramt an Gymnasien studiert. Maria Sander hat sich intensiv mit dem vergleichsweise selten behandelten Phöbus beschäftigt und einen philologisch ebenso genauen wie materialreichen Beitrag zur Bewegung zwischen Aufbruch und Tradition im Vergleich der beiden Gedichte Prolog und Epilog aus dem ersten Heft der Zeitschrift vorgelegt. Die leitende Frage nach der Spannung zwischen den Texten wurde durch die zyklische Bewegung von Tag und Nacht und dem Sonnenverlauf überzeugend kontextualisiert.
Cover-Grafik angelehnt an Jon Mincu, ›Die Musik‹, Feder und Aquarell, 2001 © Stiftung Kleist-Museum
Zum Nachhören, es lohnt sich! – Stella Volk hat einen Audio-Podcast erstellt über die letzte Jahrestagung der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft ›»[A]uf Töne bezogen«. Musik im Werk Heinrich von Kleists‹ (20.11–22.11.2025). Der Podcast enthält neben dem Bericht von Stella Volk originale Musik- und Redeausschnitten der Tagung.
Das Kleist-Jahrbuch 2025 dokumentiert die Verleihung des Kleist-Preises 2024 mit den Reden der Preisträgerin Sasha Marianna Salzmann, der Vertrauensperson der Jury Samira El Ouassil und der Präsidentin der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft Anne Fleig. Den Schwerpunkt bilden Abhandlungen, die beginnend mit diesem Jahrgang in einem anonymisierten Verfahren evaluiert worden sind (Blind Peer Review). Neben die Rubriken ›Essay‹, ›Miszellen‹, ›Rezensionen‹ und ›Nachruf‹ treten ›Realien‹, die sich mit der materiellen Überlieferung zu Heinrich von Kleist auseinandersetzen.
Für alle Mitglieder, Freunde und Interessierte, die unsere Gesellschaft unterstützen möchten, bietet die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft jetzt Buttons, nach Wahl mit farbigem oder weissem Hintergrund. Bei Interesse melden Sie sich bitte beim Schatzmeister unserer Gesellschaft.
Das Kleist-Nachwuchs-Netzwerk ist eine Initiative, die sich im November 2018 gegründet hat und die insbesondere junge Kleist-Forscher:innen und -Interessent:innen zusammenbringen möchte. Ziel des Netzwerkes ist es, ein Forum des offenen Austauschs für den Nachwuchs zu initiieren und zu fördern. Dabei soll ein gemeinsamer Verteiler den Informationsaustausch erleichtern. – Die Initiative ist als ein Ideen- und Projektforum junger Kleist-Interessenten innerhalb der Kleist-Gesellschaft gedacht, die sich während ihres Studiums oder ihrer akademischen oder beruflichen Tätigkeit mit dem Autor Heinrich von Kleist beschäftigen. Es soll künftig die Möglichkeit bieten, sich universitätsübergreifend und über das akademische Feld hinausgehend zu vernetzen und auszutauschen.
Die Beschäftigung mit Heinrich von Kleist an der Universität ist intensiv und vielfältig. Einmal im Jahr anlässlich unseres studentischen Aufsatzwettbewerbs entsteht eine Liste mit Veranstaltungen über Heinrich von Kleist an (deutschsprachigen) Universitäten. Für die Semester 2025/26 wurden insgesamt 39 Veranstaltungen gezählt (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).
Das Kleist-Museum und die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft führen eine Liste mit aktuellen Kleist-Inszenierungen. Bitte melden Sie uns gerne Inszenierungen von Kleist-Stücken und -Adaptionen, die Sie auf der Liste vermissen. Vielen Dank. Email - robanus@kleist-museum.de.
1811 wollte sich Heinrich von Kleist ein Jahr lang »mit nichts als der Musik beschäftigen«. Seither ist zu Kleists Leben und Werk eine Vielzahl von Instrumentalwerken und Opern von der Spätromantik bis zur elektronischen Musik entstanden. Sowohl die Bedeutung von Musik für Kleist als auch seine musikalische Wirkungsgeschichte werden in der Schau präsentiert.
Hermann F. Weiss ist am 18. März 2026 nach kurzer Krankheit verstorben. Hermann F. Weiss hat die Kleistforschung mit seiner unermüdlichen archivalischen Forschung durch zahlreiche Funde von Kleist-Originalen und Lebensspuren bereichert. Im Herbst 2023 ist ihm mit dem Auffinden von fünf bis dahin unbekannten Briefen ein ›Jahrhundertfund‹ gelungen. Die Briefe sind in einer von ihm edierten und kommentierten Ausgabe im Kleist-Jahrbuch 2024 veröffentlicht worden. Zur Erinnerung an Hermann F. Weiss machen wir noch einmal auf diesen Fund aufmerksam.
© TLMF, Innsbruck
Der amerikanische Literaturwissenschaftler Hermann F. Weiss hat in der Bibliothek des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum in Innsbruck fünf bislang unbekannte Briefe Heinrich von Kleists entdeckt sowie weitere aus seinem direkten persönlichen Umfeld, u.a. von seinem engen Freund Ernst von Pfuel. Die Handschriften stellen den größten Fund zu Heinrich von Kleist seit über 100 Jahren dar. – Erfahren Sie mehr über den Fund, die Entdeckungsgeschichte, den Inhalt und eine erste Einordnung der Briefe, sowie zur Vita und Bibliografie von Hermann F. Weiss.
Die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft ist eine internationale literarische und wissenschaftliche Vereinigung. Sie sieht ihre Aufgabe darin, das Werk und Leben Kleists durch wissenschaftliche Tagungen und Veröffentlichungen zu erschließen und die in der Gegenwart fortwirkenden Einflüsse seiner Dichtung durch künstlerische, insbesondere literarische Veranstaltungen für eine breitere Öffentlichkeit zu fördern. Die Gesellschaft wurde am 5. Mai 1960 gegründet. Ihr Vereinssitz ist Berlin.