
Kleist-Preis 2025 Daniela Seel (© Lorenz Becker Photographie)
Vor ca. 120 Gästen wurde in feierlichem Rahmen der diesjährige Kleist-Preis 2025 an Daniela Seel verliehen.

Musikalisches Programm Roland Dahinden (© Lorenz Becker Photographie)

Lesung Almut Zilcher (© Lorenz Becker Photographie) (© Lorenz Becker Photographie)
Zum Nachhören: Almut Zilcher – Auszüge aus Heinrich von Kleists ›Penthesilea‹

Vertrauensperson der Jury René Aguigah (© Lorenz Becker Photographie)
Gemäß der Tradition des Kleist-Preises hat der Autor und Journalist René Aguigah – als von der Jury der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft gewählte Vertrauensperson – in alleiniger Verantwortung Daniela Seel als Preisträgerin bestimmt. Seine Begründung lautet:
»Daniela Seel lässt Wörter und Dinge vibrieren. Steine, Gräber und Schnee finden sich in ihren Gedichten – oder ein Kinderkrankenhaus, das Teil der deutschen Tötungsmaschinerie war. Eva, die das Paradies verlässt, begegnet Alexander von Humboldt, der Amerika bereist. Ermordete Kinder tauchen neben Kindern auf, die ihre Mutter das Sterben lehren – und die dem Text Leben einhauchen. All das in Versen, die ihr heterogenes Material in Bewegung versetzen. Laute fließen ineinander, Wörter werden gestrichen, Zeilen greifen über. Schließlich ist das lesende Auge eingeladen, in den Text einzusteigen. Erst tätige Rezeption ergibt hier Sinn, und mehr als nur einen. […] Die Arbeit an der Sprache, die zugleich verunsichert und neue Möglichkeiten eröffnet, ist nur eine der Verbindungen mit dem Werk Kleists. In einer Gegenwart, die den gesunden Menschenverstand in seiner erbarmungslosen Eindeutigkeit an die Macht bringt, gehört Daniela Seels Lyrik in den Werkzeugkoffer fürs Überleben.« Mehr hier.
Das Grußwort der Präsidentin der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft Anne Fleig, sowie die Laudatio von René Aguigah und die Preisrede von Daniela Seel können Sie hier nachhören.
Der Kleist-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Der Kleist-Preis wird finanziert durch die Holtzbrinck Publishing Group, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch die Ministerien für Wissenschaft, Forschung und Kultur der Länder Berlin und Brandenburg. Der Kleist-Preis hat eine lange Tradition. In den 10er und 20er des letzten Jahrhunderts wurden u.a. Hans Henny Jahnn, Bertolt Brecht, Robert Musil oder Anna Seghers ausgezeichnet. Nach der Wiederbegründung des Preises 1985 hießen die Preisträger u.a. Alexander Kluge, Thomas Brasch, Heiner Müller, Ernst Jandl, Monika Maron, Herta Müller, Hans Joachim Schädlich, Daniel Kehlmann, Wilhelm Genazino, Arnold Stadler, Sibylle Lewitscharoff, Navid Kermani, Marcel Beyer, Monika Rinck, Yoko Tawada, Ralf Rothmann, Christoph Ransmayr, Ilma Rakusa, Clemens J. Setz, Esther Kinsky, Thomas Kunst und zuletzt Sasha Marianna Salzmann.
Die Jury des Kleist-Preises, die die Vertrauensperson auswählt und ihr potentielle Preisträgerinnen und Preisträger vorschlägt, besteht aus sieben Mitgliedern: Andrea Bartl (Universität Bamberg), Florian Borchmeyer (freier Dramaturg), Anne Fleig (Freie Universität Berlin), Johannes Franzen (Universität Siegen; freier Kritiker) Janika Gelinek (Literaturhaus Berlin), Claudia Kramatschek (Kulturamt der Stadt Heidelberg; freie Kritikerin) und Simone Schröder (Programmleiterin Internationales Literaturfestival Berlin).
